Frische Heumilch der Gläsernen Molkerei g.t.S. Bio Weidegang

Unsere Bio-Heumilch

Eine besondere Spezialität bei uns ist die Herstellung von Trinkmilch, Käse und Joghurt aus Heumilch. Die Heumilch stammt von ausgewählten Bio-Höfen, die Ihre Kühe traditionell natürlich füttern und auf Silage als Futtermittel verzichten.

Was frisst eine Heumilch-Kuh?

Die Kühe auf unseren Heumilch-Biohöfen fressen vor allem Gras und Kräuter – im Sommer frisch, im Winter getrocknet als Heu. Zusätzlich sind geringe Mengen an Getreide oder etwa Lupinen erlaubt, in der Regel aus eigenem Bio-Anbau. Im Sommer haben alle Heumilch-Kühe zudem täglich Zugang zu Weideflächen. Denn alle Heumilch-Höfe entsprechen zugleich auch unserem Weidemilch-Standard. Komplett verboten ist dagegen die Verfütterung von Gras- oder Maissilage an unsere Heumilch-Kühe.

Warum keine Silage?

Silage ist unter Luftabschluss (ähnlich wie Sauerkraut) „vergorenes“ Futter aus Gras oder Mais. Seit etwa den 1970er Jahren ist das so erzeugte Futter in den meisten Milchviehbetrieben die Grundlage für die Fütterung der Milchkühe insbesondere in der Winterzeit. Gute Qualität vorausgesetzt ist Silage ein hochwertiges Grundfutter, das den ernährungsphysiologischen Anforderungen einer Kuh als Wiederkäuer in hohem Maße entspricht.

Zuvor war über Jahrhunderte hinweg die Trocknung von Gras zu Heu die einzige Möglichkeit, um den Aufwuchs der Wiesen im Sommer für die Fütterung der Tiere im darauffolgenden Winterhalbjahr nutzbar zu machen. Diese traditionelle Form der Futterbereitung ist nie völlig verschwunden, hat aber seit etwa 10 Jahren wieder einen deutlichen Aufschwung erfahren. Weshalb?

Für Käsereien mit einem hochwertigen Sortiment an länger gereiften Käsesorten hat Milch von mit Silage gefütterten Kühen einen entscheidenden Nachteil: Als Folge der Vergärung unter Luftabschluss enthält diese Milch oftmals einen höheren Anteil an bestimmten Buttersäurebakterien, deren Sporen während der Käsereifung auskeimen, Gase bilden und zu so genannter Spätblähung des Käses führen. Diese Bakterien gehören zur natürlichen Mikroflora der Milch, sind für Tier und Mensch völlig unbedenklich. Aber sie bergen das Risiko, dass der Käse am Ende der Reifung Geschmacksfehler hat und nicht mehr verkäuflich ist. Käsereien, die auf länger gereifte, hochwertige Käsespezialitäten sowie auf ein möglichst schonendes und natürliches Herstellungsverfahren setzen, verwenden deshalb schon immer Milch, die ohne Silageverfütterung hergestellt ist – Heumilch eben.

Vorteile der Heumilch für Kuh, Landwirt und Verbraucher

Bio-Heumilch ist aber nicht nur für die Käseherstellung besonders geeignet. Sie hat viele weitere Vorzüge:

  • In der Jahreszeit, in der kein frisches Gras auf den Wiesen und Weiden wächst, ist gutes Heu das ideal auf die Anforderungen der Kuh als Wiederkäuer abgestimmte Futter und kommt somit dem Tierwohl in besonderem Maße entgegen.
  • Die natürliche Form des Futters sowie der verpflichtende Zugang zu Weideflächen haben ebenfalls positive Auswirkungen auf das Tierwohl und die Tiergesundheit.
  • Unsere Landwirte berichten, dass sich mit der Umstellung auf Bio-Heumilch der Gesundheitsstatus ihrer Milchkühe weiter verbessert hat.
  • Durch den Verzicht auf Silage entsteht auf den Höfen weniger Folienabfall und es riecht besser. Die Fütterung lässt sich insgesamt leichter gestalten.
  • Eine geschmackliche Beeinträchtigung der Milch durch den Silagegeruch ist ebenfalls ausgeschlossen. Heumilch zeichnet sich auch deshalb durch ein besonders reines und aromatisches Geschmackserlebnis aus.
  • Bio-Heumilch enthält die höchsten Anteile an wertvollen Inhaltsstoffen, insbesondere mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen etwa konjugierte Linolsäuren oder die Omega-3-Fettsäuren, denen positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben werden, etwa in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Weil die Heutrocknung für die Landwirte mit hohem Aufwand und Wetterrisiko verbunden ist, bezahlen wir diesen Landwirten für ihre Premiummilch auch einen Premiumaufschlag.

Heumilch ist als „garantiert traditionelle Spezialität“ ( g.t.S.) geschützt

Die Europäische Union stuft die Heumilch seit 2016 als „garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) ein. Der Begriff Heumilch ist damit gesetzlich geschützt (ähnlich wie die Begriffe „bio“ oder „öko“) und darf ebenso wie das entsprechende EU-Siegel nur verwendet werden, wenn alle Vorgaben der entsprechenden EU-Heumilch-Verordnung eingehalten werden und dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert und zertifiziert ist. Wir waren die erste Molkerei innerhalb der EU, die alle ihre Heumilch-Landwirte entsprechend zertifizieren lassen hat und ihre aus dieser Heumilch hergestellten  Milchprodukte als „garantiert traditionelle Spezialität“ ausloben durfte.

Siegel garantiert traditionelle Spezialität

 

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